Similaun

Hochtour in den Ötztaler Alpen am 20. August 2017
Teilnehmer: Conny, Didi, Nina B., Daniel und Thomas

Der Similaun zählt nicht nur zu den höheren Gipfeln der Ötztaler Alpen sondern ist wohl auch eines der Ganz besonders schönen Ziele in dieser Gebirgsgruppe. Nimmt man dann diese Tour, ausgehend von Vent, als Tagestour in Angriff, so ist das schon eine ungewöhnliche Leistung. Lassen wir Daniel über diese Tour berichten.
Die beliebte hochalpine Tour auf den Similaun zählt zu den technisch leichteren Gletschertouren in den Ötztaler Alpen. Am Gipfel, über dessen Höhe die Meinungen auseinander gehen (3.599 m laut BEV, 3.606 m laut Alpenverein) kann man eine gigantische Aussicht auf die umliegenden Gletscher geniessen, die besonders in der Grenzregion zu Italien unglaublich beeindruckend ist. Der Gipfel selbst markiert dabei die Grenze zu Südtirol.

Mit einem Anstieg von über 1.900 Höhenmetern (mit Gegenanstiegen) wird die Tour meist in zwei Tagen gemacht. Da an den Wochenenden auf den umliegenden Hütten aber leider keine Plätze zur Verfügung standen, entschlossen wir uns die Tour an einem Tag zu machen. Zur Martin-Busch Hütte führt ein gut ausgebaute Versorgungsweg – ca. 2 km der Straße sind wegen Steinschlags nur auf eigene Verantwortung befahrbar – die wir mit den Mountainbikes bewältigen. Um 7:15 Uhr starteten wir in Vent.

Der Weg führt durch das Niedertal entlang des gleichnamigen Baches an mehreren kleinen Hütten vorbei. Das Biken gestaltete sich mit der schweren Gletscherausrüstung recht schwierig, da man durch den Rucksack eine ziemliche Rückenlage hat und das Vorderrad öfters den Bodenkontakt verlor. Zusätzlich machten wir auch noch die Bekanntschaft mit einer Herde Schafe die vor allem Streicheleinheiten einforderten.

Nach gut 2 Stunden konnten wir auf der Matrin Busch Hütte endlich den, aus Zeitgründen beim Frühstück eingesparten, Kaffee nachholen. Nach kurzer Rücksprache mit dem Hüttenwird starteten wir um 09:45 Uhr über den Marzellgrat Richtung Gletscher. Der Weg führt erst sehr steil in einigen Kehren hinauf auf den Grat und von dort dann weiter stetig ansteigend Richtung Süden. Einmal auf dem Grat hat man ständig einen überwältigenden Blick auf den Marzellferner der sich linkerhand zwischen Hinterer Schwärze und Marzellspitze mit riesigen Eisbrüchen präsentiert. Nach fast 3 Stunden standen wir dann am östlichen Ende des Niederjochferners wo wir uns für den Gletscher rüsteten. Wie durch ein Labyrint führte unser Anstieg durch viele Spalten in Richtung Gipfelgrat. Seildiziplin war angesagt! Nach weiteren 1 ½ Stunden erreichten wir den schneefreien Felsgrat über den wir dann um 14:15 Uhr den Gipfel erreichten.

Der Abstieg erfolgte über den Niederjochferner zur Similaunhütte und zurück zur Martin Busch Hütte, von der aus wir dann gemütlich mit den Mountainbikes zurück nach Vent fuhren bzw. das Rad wegen des fehlenden Reifenflickzeugs schieben mussten.