Loire

Kanuwanderfahrt von 12. bis 19. August
Strecke:          Digoine bis Charitá-sur-Loire (ca. 144 km)
Teilnehmer: Anneliese, Birgit, Daniela, Ulla, Gernot, Ossi und natürlich unser Hund Mara

Die Loire ist der größte zum Atlantik fließende Strom Frankreichs. Schenkt man diversen Beschreibungen Glauben, so ist sie auch einer der am stärksten frequentierten Wanderflüsse Frankreichs. Auf der von uns befahrenen Strecke begegneten uns jedoch nur sehr vereinzelt Gleichgesinnte. Die Quelle der Loire liegt am Mont Gerbier-de-Jonc im Massif Central.
Die erste Herausforderung die uns die Loire stellte war es, die Fahrzeuge an den Zielort zu bringen und danach wieder zum Start zurückzukehren. Die Bahn verkehrte nicht mehr bzw. wurde teilweise als Schienenersatzverkehr geführt also bot Gernot dankenswerter Weise seine „Taxidienste“ für die nahezu 160 km lange Autofahrt an. So konnten wir dann am 13. August mit voll bepackten Booten aufbrechen. Die Loire bietet, wie nur ganz wenige andere Flüsse im zivilisierten Europa, über weite Strecken absolute Wildnis. Teilweise sind die nächsten Orte mehrere Kilometer vom Fluss entfernt. Wir paddelten durch eine wahrhaft archaische Landschaft, manchmal von Weidevieh, dem die Loire als Wasserspender diente, bestaunt. Ein Erlebnis ist uns dabei in ganz besonders netter Erinnerung geblieben: In Tarreau, einem winzigen Dorf, eigentlich war es nur eine Ansammlung von wenigen Häusern, landeten wir an um Wasser nachzufüllen. Auf der Suche nach der Wasserstelle kamen wir mit einer netten Dame ins Gespräch und fragten auch gleich ob wir irgendwo in der Nähe Kaffee bekommen würden. Sie erklärte uns den Weg zum nächsten Gasthaus, bot uns aber auch gleich an für uns Kaffee zuzubereiten. Wir bedankten uns sehr höflich (so gut das unsere bescheidenen Sprachkenntnisse zuließen), machten uns auf den Weg, stellten jedoch bald fest, dass uns das doch zu weit war. Also beschlossen wir auf unseren Kaffee zu verzichten und uns bei einigen Rastbänken aus den eigenen Vorräten zu stärken. Lange dauerte es nicht und die Dame kam wieder auf uns zu und bot uns neuerlich Kaffee an. Diesmal nahmen wir die Einladung gerne an und erhielten vorzüglichen, frisch zubereiteten Kaffee. Ich erinnere mich nicht auf einer Wanderfahrt auf irgend einem Fluss durch Österreich jemals eine derartige Einladung erhalten zu haben. Weniger gut in Erinnerung geblieben ist uns der letzte Tag unserer Fahrt. Wir beschlossen in Forchambolt noch etwas Nachschub für das Abendessen einzukaufen und bei dieser Gelegenheit auf ein Bier zu gehen. Kaum hatten wir unsere Boote verlassen begann es zu regnen. Anfangs nur wenige Tropfen bis dann wahrliche Wasserfluten niederprasselten. Langsam bekamen wir den Eindruck als würde sich das Wetter in nächster Zeit kaum bessern, nahmen all unseren Mut zusammen und marschierten wieder zu unseren Booten. Lange paddelten wir im strömenden Regen, Mara wollte mehr als nur einmal das Boot verlassen – Regen mag sie in dieser Menge nicht so gerne – wurde aber von Birgit mit Erfolg daran gehindert. Erst nach gut zwei Stunden ließ der Niederschlag nach um schließlich ganz aufzuhören. Abends konnten wir dann in La Charité-sur-Loire bei untergehender Sonne unsere Zelte aufstellen. In einem hübschen kleinen Lokal klang dann diese Tourenwoche, begleitet von Klängen französischer Musik aus.
Geplant war diese Fahrt mit nur zwei Übernachtungen auf Campingplätzen und vier Übernachtungen, abseits jeglicher kommerzieller Infrastruktur, auf Biwakplätzen am Flussufer. Schade, dass es nicht gelungen ist diese Planung dann auch in der Realität einzuhalten.