Skihochtourenkurs 2022

19. – 22. März 2022; Standort Vernagthütte, Ötztaler Alpen
Übung, Übung und nochmals Übung.
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Skihochtouren werden nicht umsonst als Königs-disziplin des Alpinismus bezeichnet. Sie erfordern ein hohes Maß an alpinistischem  Können und an Erfahrung.
Teilnehmer Daniela, Hannah, André, Christoph, Manfred, Peter S., Ossi H.
Ausgangspunkt Rofen, oberhalb von Vent
Höhenunterschied bis ca. 800 Hm
Distanz unterschiedlich
Schwierigkeit II – III

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Hier git’s einen kurzen Tourenbericht:

Skihochtourenkurs 2022

Endlich war es 2022 wieder möglich einen Skihochtourenkurs ohne besonders störende Einschränkungen abzuhalten. Die Schneeverhältnisse waren ausgezeichnet, die Schneemenge ließ dann doch etwas zu wünschen übrig. Trotzdem haben wir die angepeilten Kursziele erreicht.

19. März 2022
Gegen 10:30 Starteten wir in Rofen (2.014 m), der höchstgelegenen ganzjährig bewohnten Siedlung Österreichs, unsere Kurs. Nach ca. 30 Minuten erreichten wir unser Zwischenziel, die Talstation der Materialseilbahn zur Vernagthütte. Die für den Hüttenaufstieg unbedingt erforderliche Ausrüstung (Lawinenschaufel und -sonde, Biwaksack, Rucksackapotheke und Handy wurde in ein kleines Rucksäckchen umgepackt. Die übrigen Ausrüstungsgegenstände blieben in den großen Rucksäcken und traten ihre Reise zur Hütte mit der Materialseilbahn an.

Nach einer Kurzen Pause auf der Hütte ging es dann auch gleich zur Sache: Die unbedingt erforderlichen Knoten wurden mit Seil und Reepschnüren erlernt und geübt.

20. März 2022
nach einem guten Frühstück nutzten wir die gut eingespurte Route in Richtung Wildspitze. Am Rand des Vernagtferners übten wir zunächst die unterschiedlichen Arten der Gletscherseilschaft. Die Anwendung der Steigeisen in Firn und kombiniertem Gelände sowie die Errichtung von Standplätzen und Verankerungen im Firn rundeten den Übungstag ab.

Leider zeigte sich beim Gegenanstieg der beim Rückweg auf die Hütte zu bewältigen war, dass die Schneelage, entgegen des ersten Eindrucks, doch ziemlich dürftig war. Die Schier geschultert stolperten wir dann über einen Moränenhang hinauf zur Abfahrtsspur auf die Hütte.

21. März 2022
der heutige Tag bot gleich zwei Höhepunkte:

Ein herrlicher Windkolk, etwas nördlich des Oberen Guslarjochs (3.361 m) diente uns als „Gletscherspalte“ und Übungsgelände für die Rettung aus einer Gletscherspalte unter Anwendung der losen Rolle. Am Nachmittag ging es dann noch bei immer noch ausgezeichnetem Wetter auf den 3.500 m Hohen Fluchtkogel. Die folgende Abfahrt über den Guslarferner verwöhnte uns mit ungewöhnlich gutem Pulverschnee (wenn auch nicht gerade knietief). Im letzten Licht der Sonne die im Westen dem Horizont schon bedenklich nahe war schmeckte dann das Bier auf der Hütte ganz besonders gut.

22. März 2022
meist stehen am letzten Kurstag die Mittlere und Hintere Guslarspitzen auf dem Programm. Die Schneemenge war allerdings so gering, dass die Routen auf diese Gipfel kaum einladend erschienen. Wir steuerten daher das Brandenburger Jöchl (3.246 m), südlich der Kesselwandpsitze an. Wir bereuten unsere Entscheidung nicht: Der Schnee zeigte sich von ähnlich guter Qualität wie bei der Abfahrt vom Fluchtkogel. Nach einer kurzen Rast auf der Vernagthütte starteten wir – wieder mit ganz leichten Ruksäckchen – zur Abfahrt nach Rofen. Wie seht die Sonne dem Schnee zugesetzt hatte bemerkten wir sehr rasch. Über weite Teile der Abfahrt mussten wir die Ski tragen.