Paddeltage am Vorderrhein

15. – 18. Juni 2017

Der Vorderrhein und seine Zuflüsse zählten dereinst zu jenen Gegenden die Herbert Rittlinger in seinem berührenden Buch als „Das baldverlorene Paradies“ bezeichnet. Große Teile der Flüsse wurden in Rohre gezwängt und dienen heute der Stromgewinnung. Die rund 20 km lange Flimser Schlucht blieb vom Zugriff der Kilowattjäger verschont. Sie stellt ein landschaftliches Higlight von außergewöhnlicher Schönheit dar die man als Wildwasserpaddler einmal gemacht haben muss!

 

Ausgangsort: Wir wählten als Standort für unsere Paddelfahrten auf Vorder- und Hinterrhein den recht rustikalen und urigen Campingplatz von Trin Mulin, ca. 17 km westlich von Chur.
Teilnehmer: Birgit, Ingo, Ossi
Weitere Infos: Gute Beschreibungen zu Vorderrhein, Hinterrhein, Albula, Glenner und Landquart (sowie zahlreichen anderen Flüssen der Schweiz) finden sich auf www.kajaktour.de und www.4-paddlers.com

 

Vorderrhein: Tavanasa – Rueun.

  1. Juni 2017
  Nachdem wir uns am Campingplatz häuslich eingerichtet hatten starteten wir am Nachmittag noch zu einer ersten kurzen Paddeltour. Ziel war die leichte, Etappe zwischen Tavanasa und Rueun (ca 5 km, WW II). Beschauliches, äußerst geruhsames Paddeln war angesagt, einige kleine Schwälle und harmlose Kehrwässer luden zum Spielen ein. Nach einer Eisenbahnbrücke lässt eine kurze, harmlose Gefällstufe und eine Walze die ehemalige paddlerische Schönheit, heute leider nur noch erahnen. Die Wassermenge ist von der Abgabe durch ein Kraftwerk abhängig. Die Fahrt endet an der äußerst eindrucksvollen Holzbrücke von Rueun.

 

Hinterrhein: Rothenbrunnen – Mündung in den Vorderrhein.

  1. Juni 2017
 

Leider gibt es keine Bilder – Ossi hat die Kamera versenkt!

Für den Oberlauf war die Wassermenge deutlich zu gering. So entschlossen wir uns für die leichtere Strecke vor dem Zusammenfluss mit dem Vorderrhein. Da wir den wenig interessanten, regulierten und ziemlich gerade verlaufenden ersten Abschnitt vermeiden wollten hieß es zunächst eine geeignete Einbootstelle zu finden. Wenige km nachdem wir unsere Boote zu Wasser gelassen hatte kamen wir zu einer beachtlichen Gefällbremse (WW IV). Ossi hat dort einen, wohl ausgerechnet auf ihn lauernden Stein im Wasser übersehen und sein Boot versenkt. Leider fiel diesem Tauchgang auch die kleine handliche Kamera zum Opfer. Der Rest der Strecke ist zwar landschaftlich sehr schön, erreicht aber nicht mehr als WW II. Wer sich in dieser Gegend befindet sollte keinesfalls den Besuch der Via Mala, einer äußerst eindrucksvollen Schlucht, versäumen. Sie war die Grundlage des gleichnamigen Heimatromanes von John Knittel der mit Gert Fröbe in der Hauptrolle auch verfilmt wurde.

 

Vorderrhein Flimser Schlucht: Illanz – Versam

  1. Juni 2017
  Da wir am 17. Juni ja auch die Heimfahrt antreten mussten haben wir uns entschlossen die Flimser Schlucht auf zwei Etappen zu befahren. Gleich nach der Einbootstelle geht es munter los. Der zu Beginn noch recht ruhige Fluss wird nach passieren eines Kieswerkes etwas munterer. Verblockte Abschnitte mit Wellen, Walzen und vereinzelten Presswässern wechseln laufend mit kurzen ruhigeren Abschnitten. Zum Bestaunen der grandiosen Landschaft – wir bewegen uns in einer blendend weißen Konglomeratschlucht, entstanden durch einen Felssturz vor rund 10.000 Jahren – bleibt also ausreichend Zeit und Gelegenheit. Höhepunkt ist die Strecke um das „Schwarze Loch“. Hier ist eine abfallende, ca 200 m lange herrlich verblockte Schwallstrecke (WW III, bei höheren Wasserständen IV) zu meistern. Ausgebotet haben wir nach rund 10 km Paddelstrecke direkt beim Bahnhof in Versam.

 

Vorderrhein Flimser Schlucht: Versam – Reichenau

  1. Juni 2017
  Der zweite Abschnitt der Flimser Schlucht ist zwar paddeltechnisch merklich leichter als die Strecke von Illanz nach Versam, bietet aber landschaftlich immer noch jede Menge Höhepunkte. In vielen Kurven sucht sich der Fluss sein Bett und bildet zahlreiche Schwallstrecken. Hohe Wellen bieten jede Menge Paddelvergnügen.