Skihochtourenkurs

Vernagthütte, Ötztaler Alpen
vom 30. März bis 2. April 2017

Mit erschreckend wenig Schnee empfing uns Rofen. Auf einer Höhe von 2.014 m die stellet das Anwesen oberhalb von Vent, die höchste ganzjährig bewohnte Siedlung Österreichs dar. Beim Aufstieg zur Vernagt Hütte, unserem Stützpunkt, hieß es zunächst einmal rund 1 ½ Stunden Ski tragen. Auch im Bereich der Hütte und darüber lag eher unterdurchschnittlich wenig Schnee.
Teilnehmer: Irmi, Nina B., Steffi, Peter, Thomas.
Kursleitung: Ossi

Hüttennstieg, erste Übungen
März 2017

Aus dem Jahr 2015 – von diesen Schneemengen konnten wir 2017 nicht einmal träumen.
Nach einer guten halben Stunde konnten wir die, doch beachtlich schweren Rucksäcke, der Materialseilbahn zur Hütte anvertrauen. Mit leichtgewichtiger Ausrüstung setzten wir unseren Anstieg zur Hütte, zunächst mit geschulterten Ski fort. Erst auf ca. 2.500 m konnten wir die Ski anziehen. Eine wirklich geschlossene Schneedecke bot sich uns jedoch erst bei der „Seufzerbrücke“ über den Vernagtbach, unmittelbar vor dem Hüttenhang. Nach einer kurzen Pause auf der Hütte ging es dann auch gleich in das Gelände. Der Bau von Standplätzen und Verankerungen im Firn wurde erlernt und geübt.

 

Fluchtkogel ( 3.500 m), Übung Spaltenbergung

  1. März 2017

Am Rand des Guslarferners
Über die bereits zum Trampelpfad ausgetretene Anstiegsspur erreichten wir den Beginn des Guslarferners. Nicht nur das verantwortungsbewusste Verhalten auf einem Gletscher sondern auch die recht dünne Schneedecke und die damit verbundene geringe Tragfähigkeit der Schneebrücken über verdeckte Geltscherspalten ließen uns die Verwendung des Seiles bis zum Obern Guslarjoch und weiter zu unserem Übungsplatz geraten erscheinen. Am obersten Kesselwandferner ging es dann richtig zur Sache. Jede Teilnehmerin / jeder Teilnehmer wagte den Sprung in die Gletscherspalte (eigentlich war es keine echte Gletscherspalte sondern einer für riesiger Windkolk) und wurde anschließend geborgen. Das strahlende Wetter und die frühlingshaften Temperaturen ließen die Zeit wie im Flug vergehen. Anschließend statteten wir dem majestätischen Gipfel des Fluchtkogels noch einen Besuch ab. Bei denkbar bestem Firn nahmen wir dann die Abfahrt, entlang der Aufstiegsspur in Angriff.

 

Hochvernagtspitze (3.530 m), Anwendung der Steigeisen, Seiltechnik

  1. April 2017

Unterhalb des Großen Vernagtverners
Leichter, jedoch ziemlich kühler Südwind war während der Nacht aufgekommen. Nach einem reichhaltigen Frühstück starteten wir zu unserer heutigen Tour. Zunächst reihten wir uns in die, an eine alpine Völkerwanderung erinnernden Scharen der Wildspitz-Aspiranten ein. Sobald das Ende der Gletschermoräne erreicht war setzten wir, fast alleine unseren Weg in Richtung Hochvernagtspitze fort. Vorbei an einem riesigen Felsen mit Wetterstation erreichten wir den Gletscheraufschwung und ohne größere Mühen den obern, ziemlich flachen Teil des Großen Vernagtferners. Beim Skidepot legte der Wind an Heftigkeit etwas zu sodass die letzten Meter auf den Gipfel ziemlich kalt und unangenehm waren. Rasch verschwanden die Felle im Rucksack und wir machten uns an die Abfahrt zur Hütte, die wir dann gegen Mittag erreichten. In den steilen, ziemlich festen und damit sehr gut begehbaren Hängen oberhalb der Hütte wurde am Nachmittag das Gehen mit Steigeisen und geübt. Zum Abschluss gab es weitere seiltechnische Übungen.

Mittlere (3.128 m) und Hintere Guslarspitze (3.147 m)

  1. April 2017

Mittlere Guslarspitze
Alles was an Ausrüstung und Material für die heutige Tour nicht erforderlich war vertrauten wir, wie bereits beim Aufstieg, der Materialseilbahn ins Tal an. Mit leichten Rucksäcken machten wir uns auf den Weg zu den Guslarspitzen. Der Anstieg verlief weitgehend im Schatten  und so waren wir recht froh als wir die Scharte zwischen Mittlerer- und Hinterer Guslarspitze und damit die Sonne erreichten. Eine etwas längere Pause legten wir dann am Gipfel der Hinteren Guslarspitze ein. Der erste Teil der Abfahrt war zwar ziemlich hart aber doch sehr griffig. Nach rund 250 Höhenmetern gab‘s dann sogar recht guten Pulverschnee. Der letzte Teil bis in den Talgrund des Vernagtbaches war dann ein teilweise übles Rattern über knochenharten Harsch. Bereits auf ca. 2.500 m wurden die Ski auf dem Rucksack verstaut und es ging der Talstation der Materialseilbahn und den Rofenhöfen entgegen.