Hochtour Weiskugel (3.739 m)

22. – 23. Juli 2017
Die Weißkugel als dritthöchster Gipfel Österreichs (die Grenze führt genau über den Gipfel) ist als Hochtour nur vom Süden her lohnend. Der schier unendliche Anstieg aus dem Ventertal, vom Hochjoch Hospiz über den Hintereisferner ist schrecklich langweilig während sich der Anstieg aus dem Matschertal über den gleichnamigen Ferner äußerst abwechslungsreich gestaltet. Die als Ausgangspunkt dienende Oberettes Hütte (2.670 m) wäre ohnedies jeden Umweg wert. Vermutlich ist sie die einzige Hütte, deren Küche es jemals in einen Gault&Millau Restaurantführer geschafft hat.

Ausgangsort:
Matsch, Inner Glieshöfe, Oberettes Hütte

Teilnehmer:
Irmi, Lisi, Nina F., Peter, Thomas, Ossi H.

Willkommen auf der Oberettes Hütte

Hüttenanstieg (22. Juli 2017)
Bei bestem Wetter starteten wir bei den Inner Glieshöfen. Der erste Teil des Aufstieges führte über einen schattigen Waldsteig und einen Fahrweg zur Talstation der Materialseilbahn zur Hütte. Die Hütte lag, ab jetzt immer sichtbar, vor uns. Der weitere Anstieg vollzieht sich auf einem sehr gut gepflegten, unschwierigen alpinen Steig. Nach ca. 2 ½ Stunden erreichten wir den, beinahe mit der Landschaft verschmelzenden, Steinbau. Das Problem mit der irgendwie in Vergessenheit geratenen oder falsch notierten Reservierung (aus Oswald vom Berg- und Wasser Sportverein haben die Wirtsleut kurzerhand eine Wolfgang vom DAV gemacht) wurde kompetent und ohne viel Aufhebens geregelt. Spätestens beim Abendessen war uns dann klar weshalb sogar die kritischen Tester von Galut&Millau auf diese Hütte aufmerksam wurden.

Der Gipfel ist in greifbarer Nähe

Weißkugel (23. Juli 2017)
Als uns um 4:15 der Wecker unsanft weckte war der Himmel von dichten grauen Wolken verhangen. Die Reste nächtlicher Gewitter sorgten für Regenschauer und so starteten wir erst gegen 05:30 Uhr. Der alte Anstieg über den Rest des Oberettes Ferners und die Höllscharte ist heute kaum noch begehbar. Wir folgten dem Weg 5b der zunächst, vorbei am Spaiktsee auf ca. 3.050 m hinaufführt. Es folgt ein Abstieg zum Fuß des Matscherferners auf ca. 2.800 m. Über eine üble Schutthalde, die den Gletscher bedeckte suchten wir uns etwas mühsam den Weg in besseres Gelände. Ab jetzt wurde der Anstieg wirklich hochalpin und sehr interessant. Wir wählten eine Route durch ein hübsches kleines Labyrinth an Gletscherspalten, durchquerten ein flaches Becken und erreichten die Vereinigung mit der Route aus dem Ventertal. Vor uns lag das „Matscherwandl“. Zum Glück verwöhnte uns die ca. 30° steile Flanke mit wunderbarem „Stapffirn“. Der Südgrat bis zum Beginn des felsigen Gipfelaufbaues war dann kein ernsthaftes Hindernis mehr. Das Wetter hatte sich mittlerweile sehr zum Guten gewandelt und die Wolkenreste zauberten eine tolle Stimmung. Glücklich und zufrieden erreichten wir den Gipfel.