Klettersteige in den Dolomiten

18. bis 19 Juli 2017
Die Gegend um das Grödner Joch ist nicht nur von ganz besonderer landschaftlicher Schönheit sondern bieten auch in Sachen Klettersteig einige herausragende Ziele. Das hat allerdings seinen Preis. Man muss sich die „Eisenwege“ auch an Wochentagen mit zahlreichen „Ferraristi“, die leider nicht selten hoffnungslos überfordert sind, teilen. Das führt leider immer wieder zu Staus und manchmal auch zu nicht ganz ungefährlichen Situationen.

Ausgangsort:  Grödner Joch

Teilnehmer:  Cornelia, Elke, Mario, Ossi

Pisciadu-Klettersteig (18. Juli 2017)
Der Pisciadu-Klettersteig ist wohl eine der meistbegangenen Steiganlagen dieser Art in den Dolomiten. Verwunderlich ist dies allerdings nicht. Ein kurzer, unschwieriger Zustieg, eine bestechend schöne Linienführung moderate Schwierigkeiten und eine gastliche Hütte am Ende der Steiganlage sind einfach zu verlockend. Rasch waren die Basics die man auf einem Klettersteig beachten sollte erklärt und ebenso rasch schmolz der Abstand zu einer vor uns gehenden Gruppe. „Eingeklemmt“ zwischen italienischen und ziemlich abenteuerlich ausgerüsteten englischer Bergsteiger hieß es immer wieder warten, bis schließlich „gar nichts mehr ging“. Nur mit Hilfe eines kurzen Sicherungsseiles, das Ossi mitführte und vieler guter Worte gelang es, eine Teilnehmerin der italienischen Gruppe zum Weitergehen zu bewegen (den Abstieg hätte sie allerdings auch nicht geschafft). Nach gut einer Stunde war jedoch auch diese Hürde genommen. Aber Abstieg durch das Val Setus (im Winter eine anspruchsvolle Skiabfahrt, im Sommer eine leichte versicherte Steiganlage) gestaltete sich dann äußerst kurzweilig. Trotz der vielen Bergsteiger ist der Pisciadu-Steig sehr zu empfehlen. Weniger empfehlenswert ist hingegen die Übernachtung im Hotel Mira Flora am Sellajoch. Hier gibt’s weitere Details zum Klettersteig.

Große Cirspitze (19. Juli 2017)
Geplant war für heute die Via Cesare Piazetta auf den 3.152 m hohen Piz Boe. Der Steig wird als sehr schön mit einigen Stellen „D“ beschrieben und diese D-Stellen waren dann leider so gar nicht nach dem Geschmack unseren, ansonsten ungewöhnlich leistungsbereiten, Damenbegleitung. So wurde kurzerhand umgeplant. Unsere Wahl fiel auf die Große Cirspitze mit ihrem teilweise versicherten, ansonsten aber völlig unschwierigen Normalweg. Bereut haben wir die Wahl nicht. Der Gipfel bot neben wunderbarer Aussicht auf den benachbarten Langkofel und die im Norden liegenden Geislerspitzen strahlenden Sonnenschein und die Gesellschaft sehr zutraulicher Bergdohlen.