Skitourenwoche steirische Krakau / Lungau

Skitouren im südlichsten Salzburg vom 29. Jän. bis 5. Feb. 2022
Die letzten Schritte vor dem Gipfel.
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Die Touren im Lungau und in der steir. Krakau  sind besonders im Hochwinter lohnende Ziele – immer vorausgesetzt das Wetter spielt mit.
Teilnehmer Anna, Beata, Bianca, Daniela V., Karin (leider nur zwei Tage), Christoph, Manfred, Ossi H. und Diego, ein wohlerzogener allerliebster Mallamute.
Quartier: Gasthof Knappenwirt in Tamsweg
Höhenunterschied: Geplant 800 – 1.200 Hm
Distanz unterschiedlich
Schwierigkeit II bis III

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Das waren unsere Touren

29. Jän. 2022 – Anreise
Die Nordseite der Alpen präsentierte sich in herrlichem, winterlichen Weiß. Länger und länger wurden unsere Gesichter, als sich zeigt, dass der Süden – also genau jene Region in die wir unterwegs waren – mit ziemlich bescheidenen Schneemengen auf uns wartete. Die Wetteraussichten stimmten uns jedoch sehr zuversichtlich, Schnee wurde vorhergesagt.

30. Jän. 2022 – Gstoder (2.140 m)
Wir starteten unsere erste Tour in Klaus, einem Ortsteil von Seetal, ca. 15 km östl. von Tamsweg. Das Wetter war recht freundlich und da die Tour nach N ausgerichtet war sollte auch die Schneelage ausreichen. Den Waldgürtel bis zur Dorferhütte durchquerten wir auf einem Fahrweg. Je näher wir dem Gipfel kamen desto heftiger wurde der eiskalte, aus Norden wehende Wind. Ungefähr 150 – 200 Höhenmeter unterhalb des Gipfels suchten wir hinter der letzten, etwas größeren Baumgruppe Schutz vor dem zum Schneesturm angewachsenen Wind und bereiteten uns für die Abfahrt vor, schließlich lagen ja noch mehrere Tourentage und damit auch mehrere Gipfel vor uns.

31. Jän. 2022 – Schwarzwand (2.214 m)
Unser heutiges Ziel liegt quasi im Herzen des Lungau, in Thomatal. Beim Hochofenmuseum in Bundschuh war die Welt noch vollkommen in Ordnung. Leichter aber bedeutungsloser Wind aus Norden und eine sehr gut zu begehende Forststraße bis zur Unteren Grillhoferalm bildeten den Auftakt. Auf Ziehwegen und durch lichten Baumbestand erreichten wir nach einer heiklen Hangquerung den Roten Riegl. Der Blick nach Norden war allerdings wenig ermutigend. Wie riesige graue Mäuse wälzten sich Schneewolken heran, geradewegs auf uns zu. Na ja, etwas Zeit wird uns ja wohl noch gegönnt sein. Die Zeitspanne bis zur Umkehr war mit 10 bis 15 Minuten allerdings sehr kurz bemessen. Ein wütender Schneesturm machte die Vorbereitung zur Abfahrt etwas mühsam. Es zeigt sich wieder einmal, dass all unsere moderne Ausrüstung hauptsächlich für „Schönwettertouren“ gut geeignet ist. Die Abfahrt über die lichten Waldhänge bescherten uns noch viele schöne Schwünge. Der Sturm (ein Ausläufer des Sturmtiefs Nadja) hatte mittlerweile auch die Tallagen erreicht. Der aufgewirbelte Schneestaub im Waldbereich erinnerte auf den ersten Blick an dichte Rauschwaden. Auch heute fehlten zum Gipfel gerade noch ca. 200 Höhenmeter.

01. Feb. 2022 – Gaipahöhe (2.192 m)
Da die Schneelage in Thomatal bzw. Bundschuh gar nicht so schlecht war fiel mit der Gaipahöhe unsere Wahl nochmals auf ein Ziel in dieser Region. Nach etwa 4 km Almstraße erreichten wir die am Waldrand liegende Grössingalm. Der Blick der sich uns bot war wenig ermutigend. Ein heftiger Schneesturm machte das Vorwärtskommen über die freien Almflächen ziemlich mühsam. Trotzdem war der Schnee überraschend gut und versprach herrliche Schwünge. Kurzerhand änderten wir unser Ziel und lenkten unsere, mittlerweile recht mühsam anzulegende Spur auf den östl. von uns liegenden Lenzenbühel. Herrliche Hänge warteten auf uns – ja und leider warten sie immer noch. Der Sturm fegte uns den Schneestaub direkt ins Gesicht. Eine letzte Baumgruppe bot notdürftigen Schutz. An Umziehen war nicht zu denken. Wir waren froh, dass wir die Felle im Rucksack verstauen konnten und verließen die eher ungastliche Stätte, wie könnte es anders sein, in Windeseile.

2. Feb. 2022 – Frischlinghöhe (ca. 2.100 m)
Das wetterbestimmende Tief hat uns während der Nacht um die 30 – 40 cm Neuschnee beschert. Die Sicht, wenn man von solcher überhaupt reden wollte, war sehr stark eingeschränkt, es schneite heftig. Vor uns lag die Entscheidung einen Tag mit Kartenspiel zu verbringen oder einen „Land-und-Leute-Tag“ einzulegen oder doch irgend ein sehr bescheidenes Skitourenziel zu finden. Anna und Beata entschieden sich für den LuL-Tag wärend Bianca, Daniela, Christoph, Manfred und Ossi doch eine Skitour vesuchten. Dank Christophs SUV erreichten wir Fanningberg ohne Schneeketten. Das dortige kleine Liftgebiet war beinahe menschenleer, die Piste nur sehr schwer eindeutig zu erkennen. Nach 1 1/2 Std. im dichtesten Schneetreiben erreichten wir die Bergstation und stürmten ohne zu zögern das wirklich schreckliche Bergrestaurant. Unsere einzige Frage deren Beantwortung wir allerdings auf unbestimmte Zeit verschoben haben drehte sich darum wer derart grauenhafte „volksdümmliche“ Musik, mit der wir berieselt wurden, texten, komponieren und schließlich auch noch singen konnte.

3. Feb. 2022 – Kreischberg (1.981 m)
Die Auswahl des heutigen Tourenzieles war leider eine üble Fehlentscheidung. Die Wettervorhersage versprach zwar im Lauf des Tages deutliche Wetterbesserung, der Sturm der letzten Tage ließ allerdings oberhalb der Waldgrenze keine lohnenden Schneeverhältnisse und überdies schwierige Lawinenverhältnisse erwarten. Also haben wir uns für eine Tour entschieden, bei der der Aufstieg abesits der Piste durch Wald führt. Zur Abfahrt konnten wir die Piste nutzen. Das Wetter war deutlich besser als zu erwarten und auch die Lawinengefahr war eher moderat, es wäre sicher auch eine schönere Skitour möglich gewesen.

4. Feb. 2022 – Preber (2.740 m)
Der Preber ist, nicht zu unrecht, einer der beliebtesten Skitourenberge im Lungau. Das Waldstück ist vergleichsweise kurz, was danach folgt ist allerfeinstes Skigelände. Angenehm geneigte, völlig hindernislose sehr übersichtliche Hänge führen von der Preberhalterhütte zum Gipfel. 900 Hm Abfahrt bei überraschend guten Schneeverhältnissen entschädigten dann doch für die misslungenen Touren der letzten Tage.