Drei-Länder-Mountainbike-Runde (12. – 15. Juli 2015)

Wäre der Titel nicht bereits vergeben, man könnte die Tour als „Drei-Länder-Giro“ der anderen Art bezeichnen. Die Runde führte, ausgehend von St. Anton a. Arlberg über die Verwallgruppe und die Silvretta nach Graubünden, durch die Sesvennagruppe nach Südtirol und über den Reschenpass nach Landeck. Bei bestem Wetter und ausgezeichneten Bedingungen starteten wir die Fahrt, die als eher schwieriges Teilstück einer der zahlreichen Alpenüberquerungen gilt. Obschon es zwischen geradelten und geschobenen Kilometern eher ein Missverhältnis gibt ist die Runde ungemein lohnend. Die vielfältigen landschaftlichen Eindrücke sind ausreichend Entschädigung für die Mühen.
Teilnehmer Kurt und Ossi

 

12. Juli 2015 St. Anton – Heilbronnerhütte (2.278 m) – Galtür

Neugieriger Beobachter am Wegesrand
Den Start unserer Rundtour erreichten wir, ganz unsportlich, mit dem Zug. Nach kurzem Verkehrsgewühl auf der Arlberg-Passstraße führte uns eine gut fahrbare Straße, vorbei am Verwallsee zur Konstanzer Hütte. Der weitere Weg durch das Schönverwalltal zur Heilbronner Hütte war dann ein durchaus ernsthafter Vorgeschmack auf das, was uns in den nächsten Tagen noch erwartet.
Strecke: St. Anton – Verwalltal – Konstanzerhütte – Schönverwalltal – Heilbronnerhütte – Verbellaalpe – Stausee Kops – Zeinisjoch – Galtür.
 ↓ 34 km
 ↑ ca. 1.190 m
 ↓ ca. 895 m

 

13. Juli 2015 Galtür – Heidelberger Hütte – Fimber Pass (2.608 m) – Sent

Kurt am Fimbapass
Bei bedecktem Himmel rollten wir ohne große Mühen hinunter nach Ischgl. Gleich zu Beginn zeigte die heutige Etappe ihre Zähne: Ein ungemein steiler Asphalt-abschnitt den Kurt, die Zähne zusammen beissend, fest im Sattel sitzend, Ossi hingegen mit beiden Beinen am Boden, bewältigten. Die paar Regentropfen waren eher willkommen als störend. Bald war die Bodenalm erreicht und der Entschluss gefasst die für heute und morgen geplanten Etappen zusammenzuhängen. Eine herrliche Portion Spaghetti auf der Heidelberger Hütte verlieh dann die nötige Energie um den höchsten Punkt der gesamten Tour, den Fimber Pass, zu „erschieben“. Allerdings war auch die Abfahrt vom Fimber Pass über nahezu 600 Höhenmeter nur Schiebestrecke.
Strecke: Galtür – Ischgl – Bodenalpe – Hiedelberger Hütte – Fimber Pass – Griosch – Zuort – Sent – Scuol.
 ↔ ca. 44 km
 ↑ ca. 1.531 m
 ↓ ca. 1.860 m

 

14. Juli 2015 Scuol – Schlinigpass (2.309 m)Sesvenna Hütte – Burgeis

Uinaschlucht
Auch die heutige Etappe begann mit einer Abfahrt, galt es doch in Sur En den Einstieg zur Uinaschlucht zu finden. Der Himmel zeigte sich wieder in makellosem Blau, der Weg war während der ersten Kilometer hervorragend, wurde jedoch mit zunehmender Entfernung und Höhe schwieriger. Immer öfter mussten die Räder geschoben werden bis wir endlich Uina Dadaint, ein herrliches Almgasthaus, erreichten und uns vor dem Kernstück noch mit einem Radler erfrischen konnten. Bald nach dieser Alpe überraschte uns ein Schild mit der Aufschrift: „Ab hier Mountainbike tragen oder stossen! Tatsächlich konnte von schieben kaum die Rede sein. Ziemlich ausgelaugt erreichten wir den Schlinigpass (Passo di Sliniga) und die nahe gelegene Sesvennahütte. Es folgt eine lange, teilweise ziemlich steile, von Schiebestrecken unterbrochene, Abfahrt.
Strecke: Scuol – Sur En – Uina Dadora – Uina Dadaint – Il Quar Schlucht – Alp Sursaas – Schlinigpass – Sesvenna Hütte – St. Sebastian – Schlinig – Burgeis.
 ↔ ca. 35 km
 ↑ ca. 1.633 m
 ↓ ca. 1.717 m

 

15. Juli 2015 Burgeis – Reschenpass (1.594 m) – Pfunds – Landeck

Burgeis
Die heutige, letzte Etappe war zugleich auch die längste der gesamten Tour. Rasch war der Reschenpass erreicht. Auch die Abfahrt nach Martina war in kurzer Zeit erledigt. Vor uns lag nun ein ständiges Auf- und Ab. Über Pfunds, Tösens, Ried und Prutz führte die Route auf sehr gut ausgebautem Radweg nach Landeck. Die Temperatur die deutlich über 30 ° lag zwang uns so manche Pause in einem schattigen Gastgarten auf.
Strecke: Burgeis – Haider See – St. Valentin – Reschenpass – Nauders – Martina – Finstermünzpass – Pfunds – Tösens – Ried – Prutz – Pontlatzerbrücke – Urgen – Landeck.
 ↔ ca. 76 km
 ↑ ca. 1.300 m
 ↓ ca. 1.757 m

 

  Lieber Kurt, vielen herzlichen Dank für deine schier unendliche Geduld. Manchmal hab ich wirklich befürchtet dass du beim Warten auf mich die eine oder andere Wurzel schlägst. Berücksichtigt man noch, dass diese Tour für dich passionierter und überzeugter Rennradfahrer ja eigentlich ein Ausrutscher gewesen ist so gebührt dir doppelter Dank. Trotzdem hoffe ich, dass es nicht die letzte gemeinsame Unternehmung dieser Art gewesen ist.