Skihochtouren sind die Königsdisziplin bergsteigerischer Tätigkeit. Sie erfordern umfassend ausgebildete und sehr erfahrene Alpinisten. Im Zuge dieses, zugegeben sehr kurzen Kurses, versuchen wir all jene Fähigkeiten und Kenntnisse kennen zu lernen, die es braucht um im winterlichen Hochgebirge sicher unterwegs zu sein. Zudem zeigte offensichtglich Petrus eine riesige Portion Verständnis und bereitete uns Prachtwetter.
Teilnehmer: Elke, Peter, Thomas; Kursleitung: Ossi
18. März 2016 – Hüttenanstieg
Winterraum Vernagthütte mit Guslarspitzen (Bild zum Vergrößern anklicken)
Zunächst galt es, ausgehend von Vent (Gasthof Rofen), die Talstation der Materialseilbahn zur Vernagthütte zu erreichen. Rasch wurde das unbedingt nötige Material für den Hüttenaufstieg (Lawinenschaufel. und -sonde, Biwaksack und noch ein paar Kleinigkeiten) in einen kleinen Ruckack gepackt. Während wir in knapp 2 ½ Stunden zur Hütte wanderten schwebten unsere großen Rucksäcke, komfortabel mit der Materialseilbahn, der Hütte entgegen. Ausbildungsinhalte waren am Nachmittag die Errichtung von Verankerungen im Schnee, das Erlernen der wichtigsten Knoten und Tourenplanung für den nächsten Tag.
19. März 2016 – Spaltenbergung und Fluchtkogel (3.500 m)
Unser Anseilplatz (Bild zum Vergrößern anklicken)
Teilweise entlang der bereits vorhandenen Trampelspur, teilweise aber die Vorteile des Geländes ausnützend, erreichten wir in angenehmer Skiwanderung den Anseilplatz am Rande des Guslarferners. Kaum zu glauben dass, trotz der in diesem Winter sehr schlechten Schneebrücken, nur wenige Tourengeher das sichernde Seil für den weiteren Aufstieg über den Gletscher, hinauf zum Oberen Guslarjoch, verwendeten. Jenseits des Joches erreichten wir nach kurzer Abfahrt über den Kesselwandferner unser heutiges Übungsgelände: Ein riesiger Windkolk der sich ideal zum Erlernen von Spaltenbergungstechniken nützen lässt. Als Gipfel lockte am Nachmittag noch der Fluchtkogel. Die Aussicht war, Dank des strahlend schönen Wetters, überwältigend. Die Abfahrt vom Oberen Guslarjoch zur Hütte bot dann noch größtenteils herrlichen Pulverschnee. Natürlich durfte auch am heutigen Abend die Tourenplanung nicht fehlen.
20. März 2016 – Brandenburger Jöchl (3.248 m)
Abfahrt vom Brandenburger Jöchl (Bild zum Vergrößern anklicken)
Geplant war für den heutigen Tag die Überschreitung der Guslarspitzen. Bald verlor dieses Ziel aber seinen Reiz, wälzten sich doch Kolonnen von Tourengehern diesen recht einfachen Gipfeln entgegen. Dafür lockte ein herrlicher Hang hinauf zum Brandenburger Jöchl. Bei den Aussichten auf weitgehend unverspurtes Gelände und Pulverschnee fiel die Entscheidung auch sehr leicht. Während sich auf den veschiedenen Anstiegen zu den Guslarspitzen die Tourengeher mit einiger Sicherheit ständig gegenseitig behinderten, wohl auch gefährdeten, genossen wir eine Skitour wie sie schöner nicht hätte sein können. Die Abfahrt hinunter in den Talboden ließ dann auch keinerlei Wünsche offen. Nun galt es nur noch das „Vernagteck“ eine etwas unangenehme ausgesetzte Stelle zu meistern. Den letzten Schwüngen hinunter zum Gasthof Rofen stand danach nichts mehr im Wege.